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Epithetische Versorgung bei Gesichtsdefekten

Patient nach Entfernung des rechten Auges und Oberkiefers mit den Implantaten zur Aufnahme der Epithese

Patient nach Entfernung des rechten Auges und Oberkiefers mit den Implantaten zur Aufnahme der Epithese

Die chirurgische Therapie eines malignen Tumors kann in einzelnen Fällen die Entfernung eines Auges, der Nase oder einer Ohrmuschel erforderlich machen. Für den Betroffenen führen die resultierenden äußeren Verstümmelungen zur deutlichen Stigmatisierung im täglichen Leben. Trotz erfolgreicher Tumortherapie verringert sich die Lebensqualität aufgrund dieser Auffälligkeiten ganz erheblich. Plastisch-chirurgische Rekonstruktionen sind bei diesen speziellen Versorgungssituationen nicht oder nur unter einem erheblichen Aufwand möglich. Die Ergebnisse entsprechen häufig nicht den Erwartungen der Patienten und Operateure.

Eine Möglichkeit bietet die Versorgung dieser Defekte mit Epithesen, die bei einer geringen Belastung des Patienten ein konstant gutes kosmetisches Ergebnis erbringt.

Nach Versorgung mit der Epithese

Nach Versorgung mit der Epithese

Die Qualität einer epithetischen Rehabilitation im Gesichtsbereich hängt wesentlich von der Kunstfertigkeit des Epithetikers sowie der sicheren und unauffälligen Fixation der Epithese ab. Einem erfahrenen Epithetiker gelingt es, mithilfe der modernen Silikonwerkstoffe eine unauffällige Einfügung der Epithese in das Gesicht zu erreichen. Aber erst eine nicht sichtbare und gut verträgliche Befestigung der Epithese ermöglicht ein wirklich gutes Rehabilitationsergebnis.

Bisher wurden die Epithesen entweder auf die Haut um den Defekt aufgeklebt oder an einer Brille befestigt. Die Nutzung der Epithese machte das ständige Tragen einer Brille auch für Nichtbrillenträger oder das Aufbringen von Klebesubstanzen auf die Haut erforderlich. Die verwendeten Klebesubstanzen verursachten häufig Hautirritationen oder eine Applikation konnte bei stärkerer Schweißbildung gar nicht erst erfolgen.
Mit dem System der Knochenverankerung nach BRÄNEMARK® steht uns seit 8 Jahren ein Verfahren zur Verfügung, welches die geforderten Voraussetzungen an die Fixation von Gesichtsepithesen erfüllt. Das Grundprinzip beruht auf der so genannten Osseointegration von Titanimplantaten. Das schraubenförmige Implantat aus reinem Titan verfügt über ein Außengewinde, welches vom Knochen umwachsen wird. Es kommt so zu einer engen Verzahnung zwischen Implantat und Knochen. Das Implantat wird in den Knochen integriert. Eine belastungsstabile Verbindung entsteht. Die von anderen Implantatmaterialien bekannten Abbauprozesse des Knochens um das Implantat konnten bisher bei Langzeituntersuchungen an größeren Patientenkollektiven nicht beobachtet werden. Nach Abschluss der Einheilung in den Knochen können auf das Implantat Halterungen für Epithesen befestigt werden. Nur in enger Zusammenarbeit zwischen Chirurg und Epithetiker ist ein optimales Ergebnis erreichbar. Gemeinsam mit dem Patienten werden die einzelnen Schritte der Versorgung, die Platzierung der Implantate und das künftige Aussehen geplant und realisiert.

 

Patient nachtraumatischen Verlust der linken Ohrmuschel (li. Bild) und nach Versorgung mit der Epithese (re. Bild) Patient nachtraumatischen Verlust der linken Ohrmuschel (li. Bild) und nach Versorgung mit der Epithese (re. Bild)
Patient nach traumatischem Verlust der linken Ohrmuschel (li. Bild) und nach Versorgung mit der Epithese (re. Bild)

 


Ansprechpartner

Prof. Dr. med. Sven Koscielny
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Letzte Aktualisierung: 2008-03-17 12:12:08